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Was bedeutet eigentliche 'Das Innere Kind'?

  • Autorenbild: Stephanie Noël
    Stephanie Noël
  • 2. März
  • 3 Min. Lesezeit

eine kurze Erklärung von Stephanie Noël

Mädchen mit Blumenkranz
Die Krone des glücklichen Kindes

Das Innere Kind bezeichnet einen Teil unseres Unterbewusstseins.

Man kann sich einfach vorstellen, dass alle Erfahrungen, alle Gefühle unserer Kindheit in uns gespeichert sind und in unserem Unterbewusstsein 'abgelegt' sind.

Von dort wirken sie auf unser Leben.

Wissenschaftliche Forschungen bestätigen heute, dass wir zu 90% aus unserem Unterbewusstsein gesteuert denken, handeln und leben und nur zu 10% aus unserem (Wach-) Bewusstsein. Diese prozentuale Verteilung macht deutlich, wie viel Macht und Kraft die unbewussten Inneren Kind Anteile haben können.

 

Die Figur des Inneren Kindes können wir in zwei Kategorien teilen:


Das geliebte Innere Kind

Die natürlichen Eigenschaften: vertrauensvoll, intuitiv, verspielt, staunend, lebendig, unschuldig, phantasievoll, neugierig, weich

(Das geliebte Innere Kind kann das verlassene Innere Kind heilen.)


Das verlassene Innere Kind (nimmt meist mehr Raum ein)

Eigenschaften und Verhaltensstrategien: brav, angepasst, macht sich unsichtbar, ängstlich, misstrauisch, traurig, strebt nach Leistung und Perfektion


Um das Fühlen der „unschönen Gefühle“ der Kindheit zu vermeiden hat das verlassene Innere Kind Verhaltensstrategien und auch Denkmuster ausgebildet, die bis heute in uns als Erwachsene aktiv sind. Diese Denkmuster sind uns sozusagen inhärent und wirken unbewusst.

Wir können diese Muster jedoch als Erwachsene erkennen, annehmen und verwandeln, dies wird in der Psychologie mit der Inneren Kind Arbeit bezeichnet.


Gängige Denkmuster Gängige Verhaltensstrategie

  • Ich bin nicht so wichtig unsichtbar machen

  • Ich bin nicht gut genug. perfektionistisch, leistet viel

  • Ich bin nicht wertvoll, nicht liebenswert. im Außen nach Anerkennung suchen

  • Ich muss es alleine schaffen. usw. überheblich, leistet viel



Kontakt schaffen zu unserem verlassenen Inneren Kind 

Die folgenden drei Entwicklungs-Schritte bauen aufeinander auf.


1. Das Erkennen traumatischer Erlebnisse unserer Kindheit ist der erste Schritt.

 

2. Das An- und Ernstnehmen dieser Realität ist der zweite Schritt.

 

3. Das traumasensible Erforschen ist der dritte und entscheidende Schritt.

 

Die in der Kindheit verdrängten Gefühle anzunehmen, zu erforschen und somit wieder fühlbar zu machen ist ein entscheidender Schritt für Heilung. Hierfür brauchen wir einen sicheren Rahmen, einen safe space, in dem wir uns verstanden, gehalten und frei fühlen.

Es ist mir ein großes Anliegen, meinen KlientInnen diesen safe space zur Verfügung zu stellen.


Die in der Kindheit entstandenen Denkmuster (siehe oben) auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, ist von großem Wert für uns, denn diese frühen Gedanken und Glaubenssätze sind uns häufig in Fleisch und Blut übergegangen und zu einer Charaktereigenschaft geworden, die uns einschränkt und einengt.


„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.

Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.

Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie bilden deinen Charakter.

Achte auf deinen Charakter, denn er wird zu deinem Schicksal.“

(aus dem Talmud)

Fazit

Wenn wir lernen, uns (mit Unterstützung) unseren verletzten inneren Kind Anteilen vorbehaltlos, liebevoll und mitfühlend zu nähern, übernehmen wir gleichzeitig die Verantwortung für unser Inneres Kind und stellen uns somit schützend vor uns selbst. Oft hindert uns die Angst vor dem Fühlen unserer alten kindlichen Emotionen. Wir vermuten, dass sie heute noch die gleiche Macht wie damals besitzen und fürchten uns vor ihnen.

Meine Erfahrung als Mensch und Therapeutin lehrt mich, dass diese Angst gedanklich größer ist, als sich tatsächlich bewahrheitet. Im Gegenteil, wenn wir uns der Angst stellen, öffnet sich häufig ein Raum in uns, der uns unterstützt, in dem er den Blick auf unser wahres Potenzial frei macht.


„Das, wonach du dich sehnst, sehnt sich nach dir."

Rumi


 

 

 
 
 

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